Lebedeph sieht: Jin-Roh

jin-roh-06.jpgDer nun doch schon etwas ältere Anime-Film Jin-Roh - The Wolf Brigade stand schon des längeren auf meiner ToDo-Liste. Nachdem ich es nun entlich geschafft habe, hat mich der Film auf beeindruckende Weise daran erinnert, warum ich Anime-Filme mag. Mamori Oshii liefert mit Jin-Roh meiner Ansicht nach noch ein besseres Zeugnis seines Könnens ab, als er es mit Ghost in the Shell ohnehin schon getan hat. Vorweg also bereits der Hinweis: Wer Ghost in the Shell mochte wird auch Jin-Roh mögen. Jetzt aber zum eigentlichen Film: Jin-Roh spielt einige Jahre nach einem alternativ verloffenen Zweiten Weltkrieg, den die Deutschen für sich entschieden haben. Die Achsenmächte herrschen nun auch in Tokio, wo sich Stadtpolizei, Staatspolizei und das japanische Sicherheitsminesterium einen zuweilen recht blutigen Spionagekrieg liefern. Ausserdem stört eine Gruppe von Widerständlern, die sich The Sect nennt, die öffentliche Ruhe mittels terroristischen Aktionen. Mittendrin steckt Kazuki Fuse, ein Mitglied einer Sondereinheit der städtischen Polizei. Nachdem sich ein verzweifeltes junges Mädchen vor seinen Augen in die Luft sprengt, beginnt er seine Arbeit und sein Dasein zu hinterfragen. Auf der Flucht vor sich selber begegnet er der Schwester des Mädchens, und beginnt mit ihr eine sonderbare Beziehung. Die Handlung an sich ist nicht überaus komplex, jedoch fordert der Film an vielen stellen zu eigenen Gedanken und Überlegungen auf und bewegt sich so ständig auf einem sehr anspruchsvollen Niveau. Im Kern dreht sich der Film um das Thema freier Wille in totalitären Regiemen, zeigt aber auch gekonnt, wie ein Individuum zu sich selbst stehen kann, soll oder eben auch muss. Die in meinen Augen besonders interessanten Charakteren des Films tragen dabei enorm zur einzigartigen Atmosphäre bei.
Jin-Roh überrascht mit sehr weich gezeichneten und animierten Bildern. Die auffällig gut gelungenen Licht- und Schattenspiele tragen bei den häufig vorkommenden Szenen bei Dämmerung oder Nacht stark zur Stimmung bei. Obwohl der Film schon knapp 10 Jahre auf dem Buckel hat, sieht er auch im Vergleich zu aktuellen Werken noch sehr gut aus.
Filme, welche ich mir mehr als zweimal (ganz) angeschaut habe, kann ich an einer Hand abzählen. Wegen Jin-Roh muss ich aber bald die zweite zur Hilfe nehmen. Er fordert und gibt gleichzeitig, was zwischen den heutigen Machwerken der Filmindustrie meiner Meinung nach besonders hervorsticht und Achtung verdient.

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