Bild des Tages

Januar 25, 2008

Ägyptische Sicherheitskräfte setzen Wasserwerfer gegen die anstürmenden Palästinenser ein. Die Natur lächelt über der menschlichen Tragödie.

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Quelle: AP


Vorfreude

Januar 24, 2008

ManchesterBusinessSchool Kaum einen Tag lang weiss ich jetzt, wohin der Austausch geht, und die Freude darübe raubt mir schon die Konzentration zum seriösen Pauken. Auch die Aussichten von Freunden und Mitstudierenden sind super; die eine verschlägts nach Australien, den anderen nach Chile und den nächsten nach Thailand. Da erinnere ich mich gerne an den passenden Song der Sportfreunde Stiller: “[...] Somit ist, sofort, international nicht nur mehr ein Wort![...]“. Und das ich heute neben der Bestätigung gleich noch einen Anmeldetalon für ein Erasmus-Stipendium gefunden habe, ist nicht nur das Sahnehäubchen, sondern schon reiner Luxus.
Auch von der Uni selber bin ich bereits sehr angetan. Ein paar Facts, auf die ich beim Stöbern auf der Uniwebsite gestossen bin:

  • An der University of Manchester leutete Ernest Rutherford durch seine Grundlagenforschung über Atomenergie das Atomzeitalter ein.
  • Die Universität lobt sich, über 22 Nobelpreisträger ausgebildet und angestellt zu haben.
  • Die Forschung von Tom Kilburn und Sir Freddie Williams an der University of Manchester im Juni 1948 löste die Computerrevolution aus.

Falls es ausser mir sonst noch wen interessiert: Quelle

Und folgende News-Meldung hat mich als eher zukunftsorientierten Menschen besonders (positiv) überrascht:

Manchester Business School ranked world number one for accounting
Manchester Business School (MBS) is ranked as the world’s leading university for accounting research, in a survey published by Accounting and Finance.
Wed, 23 Jan 2008 15:43:19 GMT

Ich bin begeistert. Ich hoffe, die Kurswahl und insbesondere mein Anrechnungsgesuch an der hiesigen Uni wird entsprechend schnell vom Tisch sein.


Lebedeph, geh(t) weg!!

Januar 23, 2008

Endlich ist es soweit, der definitive Entscheid für meinen Austausch liegt auf dem Tisch, und zwar gehts nach Manchester! Freude herrscht, und zwar nicht zu kurz, obwohl ich mit einem Fuss noch in den Prüfungen stecke. Und so sieht das dort aus (Harry Potter lässt grüssen):

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Dann beginne ich schon mal, mich mit dem englischen Fussball und Fish & Chips auseinanderzusetzen. Hua, wie geil!


Ein heller Morgen…

Januar 19, 2008

…ohne Sorgen, dafür mit Statistikprüfung. Und nach den letzten 26 Stunden mit insgesamt drei grosse Prüfungen spüre ich mein Gehirn nicht mehr. Was allerdings nicht nur schlecht ist. Aber mal sehen, was sich dagegen machen lässt. Auf ein faules Wochenende! And now: Show me the way to the next whiskey bar…


Ein paar Fetzen Philosophie

Januar 12, 2008

Immer wieder fällt mir der penetrante Individualismus unserer Zeit auf. Personen definieren sich oft nur über ihre Ungewöhnlichkeiten, die Extremen ihres Lebens. Man ist, was einem unterscheidet. Der grosse Mittelteil, das Gemeinsame ist dabei vollkommen irrelevant. So verkürzen sich die Freuden auf punktuelle Ereignisse auf dem persönlichen Zeitstrahl. Die ganze Umwelt wird an solchen Punkten gemessen. Kurzfristigkeit und Fokussierung sind nicht nur im Geschäftsleben im Trend. Im grossen Ganzen haben diese Punkte aber, und seien es noch so viele, keine Ausdehnung: sie können nicht erfüllen. Kein Wunder klagen trotz einer Fülle von Konsummöglichkeiten, welche das Vakuum füllen sollen, so viele über die Inhalts- und manchmal sogar Sinnlosigkeit des Seins. Und wie oft verkürzt sich schon bei Kindern und Jugendlichen die aktive Wahrnehmung des Zustandes “Leben” auf die kurzen Wochenenden, die Inseln der Individualität, dort wo man sich vor dem täglichen Trott zu retten versucht. Dorthin flüchtet sich auch so mancher Erwachsener, nur um am darauffolgenden Montag erbarmungslos in die Öder der Fünftagewoche zurückgeworfen zu werden. Wo bleibt aber die Wertschätzung des Alltäglichen? Das Gemeinsame und die unendlich vielen Kleinigkeiten der Normalität? Aus biologischer Sicht ist die durchschnittliche Lebenserwartung, zumindest in den Industrieländern, stetig gestiegen. Aus persönlicher Sicht scheint mir eher das Gegenteil der Fall zu sein, misst man das tatsächlich gelebte Leben. Der sprichwörtliche Film, den man am Ende zu sehen bekommt, scheint wohl bald nicht mehr als ein kurzer Werbespot zu sein.


Dienstags-Memo

Januar 8, 2008

Lebedeph hat heute beschlossen: er muss weg. Und zwar schnell, am besten gleich nach den Prüfungen. Ein kleiner Trip gen Osten kann schliesslich nicht schaden, so lässt sich aus den zwei Wochen Anstandsferien, die einem von der grossherzigen Uni gegönnt werden, vielleicht sogar etwas Anständiges machen. Bevor dann wieder ein halber Tausender für Bücher, von denen man die Hälfte nicht lesen wird, aus dem Fenster geworfen wird. So sieht mein Bücherregal wenigstens aus wie das eines Belesenen.
Ausserdem hat heute die Kurswahl für das nächste Semester begonnen, und bereits musste ich mich wieder ärgern, denn es steht Marketing mit CaseStudies und Gruppenarbeit im Pflichtbereich (der Begriff Kurswahl scheint hier sowieso falsch am Platz). Marketing + CaseStudies + Gruppenarbeit = der Freddy Krueger meiner Träume. Ich glaub mein Schwein pfeift, wieso wähle ich überhaupt eine Studienrichtung, wenn ein Semester später mein Stundenplan wider meinem Willen und Interessen mit solchem Plunder vollgestellt wird? Ein Hauch von Ahnungslosigkeit, der da durch die erkenntnislose Marketinglandschaft säuselt. Noch besser wird das Ganze, wenn man die über zwanzig Seiten starke Seminararbeit in einer fünf- bis siebenköpfigen Gruppe schreiben darf. Zwei Arten das zu sehen:
1) Heterogene Teams generieren kreative Spannungen (Theorie)
2) Erzwungene Zusammenarbeit mit Leuten, welche den durchschnittlichen Charme eines aufgeweichten Hundekuchens besitzen (Praxis).
Nein, ich mag Teamwork nicht und nein, ich bin auch nicht asozial. Aber ich bin noch bei Verstand.
Um mich ein wenig davon abzulenken habe ich eben mein finales Anmeldepaket für das Austauschprogramm zusammengestellt. Ich freu mir schon Kringel in den Bauch; und eigentlich ist’s auch ganz egal wohin es geht. Definitiven Bescheid gibts dann Ende Februar, gerade richtig um mir den Start ins neue Semester zu versüssen. Also: Stay tuned.


Mehr!

Januar 5, 2008

Fühle mich leicht unterfordert von einem 24h-Tag. Wird langsam Zeit, dass die Erde von einem Meteoriteneinschlag oder durch eine Brise Sternenwind auf eine ausgedehnte Umlaufbahn befördert wird, denn ich mag Reisen, und damit würden die Tage endlich ein paar Stunden länger werden. Die Jahreszeiten würden ebenfalls länger dauern, aber da wir zwischen Winter und Sommer sowieso bald nur noch anhand eines Kalenders unterscheiden können, wird das kaum jemanden stören. Ausserdem würde Dank der geschenkten Stunden auch mein Lernplan wieder einigermassen stimmen, und meine Zungenspitze würde nicht von dieser lästigen Taubheit geplagt, die nach jedem Kaffekonsum einsetzt und bereits beginnt, sich bei mir heimisch zu fühlen. Schlaf wäre ein tolles Substitut für Kaffee; wären die Nächte länger würde ich ihn mir auch eher gönnen. Im Moment wehre ich mich abendlich gegen den Drang ins Kissen zu horchen - es will ja noch soviel Nützliches und/oder Redundantes getan werden - und ärgere mich Stunden später über die allzu kurze Distanz, die der Stundenzeiger meines Weckers bis zur Alarmzeit zurücklegen muss. Umso schöner, dass sich bis jetzt keine Ermüdungserscheinungen zeigen, sondern im Gegenteil, eher Ärger über die unvorteilhaften Öffnungszeiten öffentlicher Gebäude, welche mit hässlichen Schnitten meine produktiven Phasen zerteilen. Deshalb plädiere ich hier erstens für eine Erweiterung der Erdumlaufbahn und zweitens für Sonntagsarbeit im öffentlichen Sektor! Wobei das mit den Öffentlichen relativ unwahrscheinlich ist…


Wunderwelt Uni

Januar 2, 2008

Die Lernzeit in der Bibliothek verbringe ich ja gerne damit, mein nie begonnenes Soziologiestudium zu absolvieren. Das geht ganz einfach, indem man sich eine Viertelstunde in die Stuhlreihe neben dem Eingang pflanzt und die Artenvielfalt und die teils seltsam anmutende soziale Interaktion beobachtet.

Die erste Spezies, die mir heute morgen aufgefallen ist, trägt keine Schuhe, sondern läuft wärend der Lernzeit grundsätzlich in Socken durch das Bibliotheks- und Universitätsgebäude. Ich zähle sie zur King of my Castle - Familie. Leute, die sich überall in nullkommanichts zu Hause fühlen. Ich habe sogar schon eine Unterart entdeckt, welche wärend der Lernzeit offensichtlich ihr ganzes Hab und Gut in eine kleine Plastikfaltbox packt, um dann mit den unzähligen Utensilien in der Bibliothek ihr Revier zu markieren. Das geht von eigenen Tischlampen über eine komplette Dudensammlung (Hey, wer Wirtschaft studiert, braucht kein Deutsch!) bis hin zu kleinen Pultspielzeugen, wie beispielsweise einem Schüttelglas oder einem elektrischen Bleistiftspitzer. So werden dann raubtierartig etliche Quadratmeter zugepflastert; wer später kommt hat das Nachsehen.

Das pure Gegenteil davon ist der Heissluftballon. Sogar wärend der Lernzeit erscheint er mit einem scharfen Mittelscheitel, gebügeltem Hemd und nur mit einer Arbeitsmappe bewaffnet. Alles was da nicht reinpasst, ist nicht bussiness-like, also für ihn nicht prüfungsrelevant. Ihn trifft man auch nie schwitzend über einem Buch. Seine Lernzeit findet vor den Pforten der Bibliothek statt. Die Bügelfalten wollen gezeigt, das Network gepflegt werden. Aber natürlich halten sie einem nie die Tür auf, wäre auch zu schön. Immerhin verfügen die Heissluftballon in dem wenigen, das sie tun, über enorme Ausdauer. Nicht selten wird Artgenossen gegenüber von zwölf- bis vierzehn Stunden “Lern”zeit gesprochen. Was ist ihr Geheimnis? Papa zahlt das 7. und 8. Semester, und für später wartet bereits ein vorgewärmter Stuhl im väterlichen Betrieb. Im Ernst: Wer liesse sich da nicht auch ein wenig mehr Zeit? Nur eben nicht so offensichtlich.

Die dritte Art habe ich heute zum ersten Mal beobachten können. Ich zähle sie zu den Hamstern. Wahrscheinlich das erste Mal für längere Zeit in einem öffentlichen Gebäude realisiert diese Spezies, dass es hier viele Dinge umsonst, also gratis gibt. Ist ja alles von Steuergeldern und Studiengebühren finanziert. Dass sie die ganze Infrastruktur, zumindest mittelbar, mitfinanziert haben, scheinen sie entweder nicht begreifen zu wollen, oder aber es ist ihnen nur allzu klar; und sie versuchen nun, sich möglichst viel wieder zurück zu holen (Mein Schatzzzz!). Und das fängt schon beim Papier an. Selber mitnehmen? Wie uncool! Verfügen doch Printer und Kopierer an der Uni über papierschwangere Einzüge und Schubladen, die man (gratis) ausnehmen kann. So findet man die Hamster oft in den schattigen gefilden der Papierschubladen. Ausserdem vermute ich, das diese Spezies auch für den ständigen WC-Papiermangel verantwortlich ist. Und sämtliche Akkus werden auch nur noch an der Uni gefüttert. Zu erkennen am Kabelsalat, den die Hamster auf ihren Tischen anrichten. Getrunken wird Wasser vom Wasserhahnen. An sich nichts Schlimmes (mach ich ja auch), wenn’s nur nicht eine 2L-Flasche wäre, die man 5 Minuten vor Bibliotheksschliessung nochmals randvoll machen muss! Vielleicht um sich durch die universitäre (Service)Wüste zu schlagen? Ich weiss es nicht. Vollbepackt mit öffentlichen Gütern sieht man sie davonziehen.

Und so studiere ich Soziologie, tagtäglich. Und ich bin zuversichtlich, in der jetzigen und allen kommenden Lernzeiten noch viele Mysterien der akademischen Fauna zu lüften. Bis ich mich schliesslich der schwierigsten Frage stellen muss: Und zu welcher Art gehörst du?