Papierkrieg

Vor einigen Jahren hat jemand entschieden, dass PowerPoint eine didaktische Offenbarung sei. Und der Wahnsinn begann. Schlimm, wie sich tagtäglich die Papierhügel in meinem Regal mehren. Papierbrunft. Alles vollgedruckt mit Folien, Slides, Sheets und sonstigem Blödsinn, den man sich täglich vom Uninetz saugen kann. Auf meinem Wunschzettel steht schon seit längerem ein Drucker mit Duplexfunktion, vielleicht rette ich damit ja den einen oder anderen Baum, an den ich später meine Hängematte befestigen kann. In dieser träume ich dann von besseren Zeiten und einem Studium, welches von so altmodischen Dozenten begleitet wird, dass alleine die Benutzung des Wortes PowerPoint mit körperlicher Züchtigung bestraft wird. Wie schön muss es gewesen sein, als noch nicht jeder Idiot die Möglichkeit hatte, seine hohlen Phrasen dank moderner Technik in kürzester Zeit über mehrere Seiten auszubreiten und per Netzwerk an sämtliche Studenten zu verteilen. Vergangen sind die Zeiten, als der Student im Audimax noch selber entschied, was er mitschrieb und was nicht. Heute wird kritiklos sämtliches Material ausgedruckt, welches das Siegel “prüfungsrelevant” trägt. Ohne Rücksicht auf Verluste, oder gar auf die eigene Vernunft. Aber eigentlich darf ich nicht meckern, ich bin kein Deut besser. Für morgen liegen für meine zwei Vorlesungen 80 Folien auf 20 Seiten bereit. Dankeschön.

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