Lebedeph hasst: Baustellen
Meine geliebte Universität befindet sich bereits seit geraumer Zeit in einer Art Umbauphase. Berge von Dreck, laute Baumaschinen und ein trauriges Lehr- und Lernprovisorium, welches sich durch viel Sichtbeton und fehlenden Mobilnetzempfang auszeichnet. Insgesamt ein Desaster der Stufe 6 von 10. Eigentlich gar nicht mal so schlimm, würde es nicht den Rest meiner Studienzeit anhalten. Bis 2011 oder so. Dazu kommen diese viele Studenten: der Campus ist für 3′500 Studis angelegt, momentan schlawinern und studieren 5′000 an der Uni St.Gallen. Stuhlraub und Platzklau sind an der Tagesordnung. Aber der Gipfel kommt erst: Wer glaubt, die Bauerei diene der Campuserweiterung, so dass sich zukünftige Generationen nicht in einen darwinistischen Überlebenskampf um Luft und Platz in den Vorlesungsräumen stürzen müssen, der irrt. Es gibt eine neue Sporthalle, eine neue Mensa, eine Tiefgarage (hauptsächlich für Dozierende) und die alten Vorlesungsräume werden saniert. Gewonnener Platz: 0. Ob dann wenigstens die Prüfungen wegen Platzmangel nicht mehr in die städtischen Festhallen verlegt werden müssen… wer weiss.
Ich freue mich schon auf die nächste Startwoche und den Augenblick, in dem ich als Tutor den neuen Studis erklären darf, weshalb sie auf einer Baustelle studieren, weshalb Kurse nun grösstenteils in einem hässlichen und mit Werbung zugekleisterten Lehrprovisorium stattfinden, wieso sie ihre Prüfungen in einer Festhalle schreiben werden, wieso sie auch am Ende der Bauzeit nicht mehr Platz haben werden und wofür sie, verdammt noch mal, die höchsten Studiengebühren des Landes zahlen!
