Es stinkt

Kaum treffen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen bei uns ein, habe ich schon wieder genug von heissen Sommertagen. In der Stadt ist es kaum auszuhalten: Die Hitze wirkt wie ein gewaltiger Verstärker, welcher das olfaktorische Orchester der Metropole zu einem wahrlich umwerfenden Geruchskanon kanalisiert. Morgens im Zug tränen mir die Augen von den ganzen Deosprays und Parfums, die sich ein jeder, und insbesondere mein Sitznachbar, in Unmengen unter die Achseln gesprayt hat. Am Abend wartet die Bundesbahn mit einer exquisiten Duftmischung aus Schweiss, McDonalds und Alkoholausdünstungen auf, mit welcher man den Belzebub selbst aus der Hölle jagen könnte. In der Stadt selbst trocknen und dampfen undefinierbare Flüssigkeiten in allen Farben und von unterschiedlichen Konsistenzen vor sich hin. Und wagt man bei einem abendlichen Lauf tatsächlich die Flucht ins Grüne, liegt dort bestimmt schon der Dung auf den Feldern, dessen Gestank die Geruchsrezeptoren entgültig wegätzt. Und so erwische ich mich schon an den ersten Sonnentagen dabei, wie ich mir einen wohlriechenden Regentag herbei wünsche, welcher die Schweissdrüsen entspannt, die Strassen spült und die Alkoholiker in ihren Buden hält.

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