Pissed off – Ein Tag zum Vergessen

Eigentlich fings ja toll an. Ein Breakfast/Lunch im Tai Wu, dem besten kantonesischen Restaurant der Stadt. Serviert wurden abgefahrene chinesische Speisen, von denen ich nicht sagen kann, was es war oder wie’s geschmeckt hat, ausser dass es geschmeckt hat. Und wie. Danach beschlossen wir, den Bus nach Ol’ Trafford, dem ManU-Stadion, zu nehmen, um uns Tickets für irgendeinen ManU-Match zu besorgen. Beim Stadion selbst war schon eine Menge los als wir ankamen. Heute fand das nationale Rugby-Finale statt. Tickets für ein ManU-Spiel gabs keine. Man müsste sich dazu für 28£ im offiziellen Fanclub einschreiben, um dann an einer Lotterie teilzunehmen, die eine kontingentierte Menge an Tickets zufällig unter den Fans verlost. Absoluter Schwachsinn, mein Geld kann ich auch auf interessantere Art und Weise verschwenden. Screw you guys, I’m goin’ home. Also nichts wie zurück, nach „Hause“. Leichter gesagt als getan. Wir warteten eine geschlagene Stunde auf einen Bus. Wohlgemerkt an einer Busstrecke, die am beliebtesten Stadion des Landes vorbeiführt und theoretisch im 10-Minuten-Takt bedient werden sollte. 1 Stunde! Inklusive Regenschauer. Die öffentlichen Verkehrsmittel hier in Manchester sind echt zum Vergessen. Das timbuktanische Hinterland ist besser erschlossen als die Stadteile von Manchester. Und für das Busticket und diesentollen Service bezahlt man dann über 3£. Nachdem ich es dann geschlagene 90 Minuten später in mein Kämmerchen zurück geschafft hatte, durfte ich mich schon 20 Minuten später für das Abendprogramm bereit halten. Eine Zirkusvorstellung – dachte ich. Organisiert von der hiesigen International Society, Eintritt frei. Aber anstatt eines Zirkuses erwarteten mich eine recht langweilige Hobbyturnershow, die an verschiedenen Stationen in einem Theatergebäude aufgeführt wurden. Was die ersten 15 Minuten noch recht amüsant war, liess nur wenig später üble Langeweile aufkommen. Nach der halben Show setzten wir, ich und etwa 10 weitere Austauschstudis, uns ab. Schliesslich wollten wir unser Abendessen noch vor Mitternacht zu uns nehmen. Also auf zum nächsten Pub, das unter normalen Umständen n uretwa 10 bis 15 Gehminuten entfernt lag. Mit 10 Personen, von denen jede einzelne ein Mobiltelefon und jede Menge Freunde besass, wurden aus dem Katzensprung ein mühseliger Pilgerweg, auf welchem alle 10 Meter innegehalten wurde, um hier und mal dort auf jemanden zu warten und/oder dem Regengott zu huldigen. Denn es regnete wieder einmal, oder besser immernoch in Strömen. Als wir dann beim Pub ankamen, war die Küche schon geschlossen. Was bleibt heisst McDonalds, stinkt nach altem Fett und kaltem Schweiss und liegt mir  jetzt wie ein Stein im Magen. Was nach so einem Tag noch zu sagen bleibt: „Screw you guys, I’m goin’ hoooome!“

PS: Warum kein Bericht vom Pete Doherty-Konzert? Nun ja, der Bastard ist nicht aufgetaucht, Gig gecancelt.  Screw you, home!

PPS: Leider kann ich dieser Stadt nicht lange böse sein, ist trotz allem einfach klasse! Für morgen habe ich Tickets für das Premier League-Spiel ManCity – Liverpool, und in einer Woche ist ein Trip nach Edinborrow geplant. Es läuft.

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