Dass seit meinem letzten Eintrag beinahe ein Monat ins Land gezogen ist bekräftigt nur weiter meine Befürchtung, dass die Zeit hier in Manchester viel zu schnell vergeht. Wie auch immer, ich bin noch ein paar Reiseberichte schuldig:
Edinburgh
Das erste was man von der schottischen Hauptstadt zu spüren bekommt ist das windige Wetter. Vom Bahnhof die Treppe hinauf zu steigen erwies sich als ausserordentlich schwierig. Oben angekommen erwartete uns aber schon der erste Dudelsackspieler im typischen Kilt. Scotland, here we go! Die Schönheit Edinburghs sticht schon auf den ersten Metern entlang der Princess Road ins Auge. Die Stadt ist zweigeteilt, auf der einen Seite die mittelalterliche Oldtown mit dem Castle und einer bezaubernden Altstadt mit Whiskeyshops und Pubs, auf der anderen die moderne Newtown mit grossen Departmentstores und vielen kleinen Outlets, Restaurants und dem obligaten Hardrock Café. Ideal für Shopping und Freizeit. In der Mitte verläuft ein wunderschöner Park und die Eisenbahnlinie. Entlang des Grabens hat man, gutes Wetter vorausgesetzt, einen herrlichen Blick entlang der New- und Oldtown. Für ein noch beeindruckenderes Panorama sollte man a den kurzen Fussmarsch zum Calton Hill in Kauf nehmen. Die Altstadt eignet sich gut für einen Tagesaufenthalt, inklusive Besichtigung des Castle of Edinburgh natürlich. Weil der Wind während unserer Besichtigung zu heftig bliess wurde das Castle kurzerhand geschlossen und wir erhielten unsere £11 Eintritt zurück. Ganz nett. Denn obwohl das Castle zum Pflichtprogramm von Edinburgh gehört, war es schlussendlich doch nicht wirklich interessant. Abgesehen davon, dass es ein Castle ist, hatte es nicht wirklich viel zu bieten. Interessanter ist der Holyrood Palace. Der Palast von Mary, Queen of Scots, ist ganz nett eingerichtet und auf einer Führung erfährt man auch einiges über die Geschichte Schottlands. Und für Whiskey-Liebhaber und Geniesser gibt’s die Whiskey-Experience, eine Art Whiskey-Museum (Degustation inklusive). Eintritt wieder um die zehn Pfund, relativ teuer, aber man lebt ja nur einmal. Und die Degustation rechtfertigt schon einiges, oder lässt es zumindest im Nachhinein gerechter erscheinen.
London
War grossartig. Zu grossartig für einen Trip. Einen Monat bräuchte man, wahrscheinlich, um alles zu sehen. Die Museen, insbesondere Tate Modern, Tate Gallery und das British Museum, bieten Sehenswürdigkeiten für Wochen. Unser berauschender Run durch die Gänge und Räume war mehr als beeindruckend. Das Hostel (Astor Hostel Hyde Park) war zwar etwas teurer als der Durchschnitt, dafür herrlich gelegen, mit heimeligen Zimmern, gut ausgerüsteter Küche, gemütlicher Lounge und einem leckeren Frühstück inklusive. Bestes Hostel so far. Mit der Oyster-Card, der Pre-Pay-Karte für die Tube, reist man am schnellsten durch die Metropole. Und die Tube alleine ist schon Grund genug die Karte zu erstehen. „Mind the gap“ und schon ist man in Nottinghill, Piccadilly Circus, Westminster, Abbey Road oder wo auch immer. Das Nightlife kam im dichten Programm leider zu kurz. Zu erschöpft waren wir jeweils am Abend nach einem Tag im Herzen der Anglosphere, um noch einen Club zu suchen. Für ein Gläschen Wein hat’s dann aber doch noch gereicht.
Dublin
Irland ist wohl eines der teuersten Pflaster der Welt. Inflation hat die Preise in die Höhe getrieben. So hoch, das selbst ein Schweizer zu staunen beginnt. 6€ für ein Pint ist Durchschnitt, an manchen Orten wird sogar 9€ verlangt. Die Preise in den Supermärkten sind auf Schweizer Niveau, für Alkohol sogar noch höher. Das Budget für einen Aufenthalt in Dublin sollte also nicht zu konservativ kalkuliert werden. Noch eine Warnung vorweg: Macht einen Bogen um Shining Hostel. Es ist das widerlichste Hostel das ich bis heute gesehen habe. Schimmel in einer Dusche, zum Glück hatten wir zwei. Fetträndchen an den Kissenbezügen und eine Tür, die nicht richtig schloss. Der sauberste Bereich ist der common room, nur leider ist der viel zu klein. Also wenn möglich diese Behausung meiden und gegebenenfalls ein paar Euro mehr in die Hand nehmen. Es ist garantiert kein verschwendetes Geld, soviel kann ich versprechen.
Aber Irland entschädigt für so manche Mühe die man als Tourist auf sich nimmt. Dublin ist nicht nur die teuerste, aber auch die sauberste Stadt, die ich je besucht habe. Als Schweizer so etwas feststellen zu können ist statistisch gesehen unmöglich. Die kleinen grünen Putzwägelchen sind pausenlos im Einsatz, der Boden in der Fussgängerzone war sauberer als der in unserem Schlafzimmer. Dublin ist gut zu Fuss zu entdecken. Ein Rundgang ist in einem Tag möglich, dennoch sollte man sich mehr Zeit nehmen, um die traditionsschwangere Guinnes-Brauerei und die Old Jameson Whiskey Distillery zu besichtigen (und man sollte sich in der Jameson Distillery auf jeden Fall als Volunteer melden, es lohnt sich
). Auch das Dublin Castle ist ein Muss. Die Besichtigung war schlichtweg genial, dank eines irischen Guides, der auf eine unglaublich unterhaltsame, irische Art und Weise die Geschichte des Castles und Irland in 40 Minuten gepackt hat. Und wenn man noch ein wenig Zeit übrig hat und die berühmten irischen Cliffs und die Küste besichtigen will, empfiehlt sich ein Trip nach Howth. Die kleine Küstenstadt ist am besten per Dart (Zug) erreichbar und bietet einen tollen Einblick ins traditionelle Irland. Am Wochenende wird in den Pubs schon am Nachmittag mit Rugby und Guinnes gefeiert. Und so ein Tag am Meer ist sowieso entspannend, also nichts wie hin.
Bilder zu den Trips werden bald wieder auf Flickr verfügbar sein. Cheers!
Verfasst von lebedeph 


